Infector

Das große Wandern

17. Mai 2010 | 13:06 Uhr
Infector: roland.völkel

Für die meisten ist Google ja die Nummer 1 in Sachen Datenschutzprobleme. Ob Google Buzz oder mitgezeichnete WLAN-Daten bei StreetView, deine Daten haben die schon lange. Aber auch Facebook kriegt nach und nach einen auf den Deckel. Konnte man über Frau Aigners offenen Brief an Mark Zuckerberg noch Schmunzeln, rufen Matthew Milan und Joseph Dee nun zum Massenprotest auf.

Der Stein des Anstosses ist die Open Graph API von Facebook und die ansteigenden Datenschutzbedenken. Aus diesem Grund haben die beiden nun den Quit-Facebook-Day ausgerufen. Am 31. Mai sollen sich also möglichst viele Sympathisanten dazu entschliessen ihre Profile bei Facebook zu löschen. Die offizielle Homepage verzeichnet, zwei Wochen vor diesem Ereignis, bereits knapp 2500 “Schlussmacher”. Der Unmut vieler User wird auch bei Google deutlich. Laut Search Engine Land gehört die Suchanfrage “how do i delete my facebook account” zu den Top-Suggestions, wenn man “how do i” eingibt.

Und doch bleibt es aus meiner Sicht fraglich, wie viele Menschen wirklich bereit sind, ihre Profile zu löschen. Dies hat mehrere Gründe. Zunächst einmal ist Facebook einfach zu nutzen und hat sich bereits etabliert. Darüber hinaus ist das Löschen des eigenen Profils gar nicht so einfach, wie man vielleicht denken mag, und zu guter letzt hat Facebook unsere Daten eh schon gesammelt und genutzt, so dass wir aus Gründen des Datenschutzes nicht gehen brauchen.

Ein weiteres Problem, ist die fehlende Alternative zu Facebook. Momentan müsste man entweder auf nationale Netzwerke wie meinVZ zurückgreifen, oder sich einen Mix aus verschiedensten Social Media Tools zulegen. Das erste ersetzt aber nicht die Vernetzung mit Freunden und Bekannten aus dem Ausland, das zweite ist zeitintensiver und aufwendiger. Ausserdem können wir das, was wir auf Facebook so treiben, nicht einfach in unser tägliches Leben einbinden, denn das sähe dann so aus:

Aber auch für diejenigen, die bereits jetzt aussteigen wollen, gibt es einen Lichtblick am Horizont. Vier Studenten der Universität von New York haben bereits über 100.000$ gesammelt um eine offene Alternative zu Facebook zu entwickeln. Diese Netzwerk läuft momentan unter dem Namen Diaspora* und soll als Open Source Software dem Nutzer alle Möglichkeiten überlassen, die er will und braucht. Hier ein paar Videos, der vier Jung-Unternehmer:

Eine Antwort zu “Das große Wandern”

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von wunderknaben erwähnt. wunderknaben sagte: Das große Wandern – Verliert Facebook seine Nutzer? http://bit.ly/bpYwqg [...]

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