Thomas Zich, Geschäftsführer der Wunderknaben Kommunikation GmbH in Erkrath, ist zu Gast im Radisson Blu Media Harbour Hotel. Im Rahmen der BVDW-Workshop Reihe 2010 “Social Media Dialog” hält er am 31.08.2010 in Düsseldorf und am 02.09.2010 in Frakfurt am Main einen Vortrag zum Thema Social Media Marketing. Dabei greift Thomas Zich zurück auf sein umfangreiches Wissen und Erfahrung aus seiner mehrjährigen Tätigkeit im Bereich Alternative Kommunikation.
Termine und Veranstaltungsorte:
31.08.2010 – DÜSSELDORF, Radisson Blu Media Harbour Hotel
Hammer Straße 23, 40219 Düsseldorf
02.09.2010 – FRANKFURT AM MAIN, Radisson Blu Hotel
Franklinstrasse 65, 60486 Frankfurt am Main
„Nicht schon wieder“ dachte ich, als ich die Twitter-Feeds von Wolfgang Lünenbürger aus dem Hause Achtung Kommunikation während der infect lesen konnte. Mit der Kritik zu meiner Präsentationstechnik kann ich leben, die herablassende Art und Weise mögen der hanseatischen Schule oder dem Theologiestudium geschuldet sein, aber der Knüller war das Zitat „…selten konnte ich einem Vortrag so wenig zustimmen, wie dem von Herrn Heinson“.
Spricht hier der journalistisch angehauchte Gutmensch, der an das wahre und reine Shared-Web glaubt, oder repräsentiert diese Meinung das generelle Social Media Verständnis der PR-Branche? Ein gemeinsames Projekt mit Mirko Lange von Talkabout vor einigen Monaten jedenfalls, ergab eine ähnliche Diskussion – gibt es wirklich so etwas wie Social Media Marketing und Social Media Relations? Ist Facebook das Tool der „Werbung“ und Twitter der Kanal für die „PR-Agentur“? Eine Frage, die ich für mich zumindest klar beantworten kann: Bullshit!
Für mich ist, unabhängig von der „Disziplin“, vielmehr eine der wesentlichen Aufgaben die Agenturen vor sich haben, dem Kunden zu dokumentieren, dass das Budget, das diese in den Kanal investieren und – hoffentlich – noch investieren wollen, auch Früchte trägt. Diese Fragestellung hat nicht nur die meisten Marketeers auf der infect bewegt, sie ist auch für die weitere Entwicklung der Branche von hoher Bedeutung. Und in dieser Hinsicht hat unsere Veranstaltung, wie ich finde, auch einige wertvolle Richtungen geliefert. Ob Herrn Lünenbürger das jetzt gefällt oder nicht…
SOCIAL MEDIA NOW! Die Infect2010 (22. April) ist so gut wie ausgebucht.
Alle Wunderknaben Freunde und Kurzentschlossene können noch an der Infect2010 teilnehmen.
Auf der diesjährigen Infect sind für die Konferenz nur noch 30
und für die am nächsten Tag standfindenden Workshops 10 Teilnehmerkarten zu haben.
Unter dem Code WKFriend-JMGXLLHY erhaltet Ihr die Tickets
zu einem deutlich reduziertem Workshop- und Konferenzpreis (390,00 Euro je Tag).
Meldet Euch schnell an, bevor es zu spät ist!
Die Infect-Keyfacts:
Learnings aus sieben Jahren Social Media Marketing
Aktuelle Cases aus B2B und B2C
Vergleich werberelevanter Social Media Plattformen
Chancen und Grenzen von Scoial Media Marketing
Die INFECT2010 will Werbetreibenden und Kommunikationsverantwortlichen aufzeigen, was HEUTE mit Social Media Kampagnen und der Nutzung von Social Media Netzwerken möglich ist.
Highlights der INFECT:
Erstmalig präsentiert Dr. A. Rossmann, Uni St. Gallen, die Ergebnisse der europäischen “Web 2.0 Studie” mit dem Schwerpunktthema “Social Media”. Eine weitere Premiere am Tag der Veranstaltung wird der direkte Vergleich von elf populären Social Networks sein. Hier wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten Werbetreibende für die Bewerbung (Media), für die BUZZ-Generierung und das User-Engagement bieten. Die Teilnehmer erwartet keine weiteren Zukunfts-”Visionen”, sondern:
Erprobte Maßnahmen
Reale Zielgruppen
Reale Effekte
Reales Marketing
Weiteren Infos erhaltet Ihr bei:
ilka.moret@infect2010.de
Nestle und KitKat, Vattenfall, oder auch Starbucks – die Beispiele häufen sich: Je öfter bekannte Brands und große Konzerne mit Fanseiten, Mashups und Twitter-Accounts ihren kommunikativen „blinden Fleck“ im Bereich Social Media abzudecken versuchen, desto häufiger erleben wir, wie leicht diese Ansätze Ziel einer Social Media basierten Konter- bzw. Negativkampagne werden können. Mit der Greenpeace Kampagne gegen KitKat (oder je nach Auslegung für nachhaltigen Umgang mit dem leidgeprüften Orang Utan) kann derzeit das aktuellste Beispiel betrachtet werden, wie ein vermeintlicher David unter Nutzung des „basisdemokratischen Beschleunigers“ Social Media mustergültig den großen Goliath düpieren kann, wobei als positiver Nebeneffekt auch noch einige unschöne Geschäftspraktiken der Zulieferer in der Nahrungsmittelindustrie ans Licht der empörten Öffentlichkeit kommen.
Das fühlt sich bisher instinktiv gut und richtig an, und zwar dank der folgenden Zutaten:
Eine Prise Reaktanz: Die neuen Möglichkeiten der direkten Kommunikation ohne Zensur und doppelten Boden via Social Media, die Möglichkeit überall mitzureden und seine Meinung zu veröffentlichen wirken bekanntermaßen sehr befreiend. Dies gilt insbesondere für die Generationen, die sich noch lebhaft an den meinungsoligopolistischen Verbund aus Medien, Marketing und PR erinnern, der die öffentlich Äußerung einer abweichenden eigenen Meinung zu einem potenziell kostspieligen Unterfangen machte, insbesondere wenn es um ein kommerziell relevantes, ggf. mit viel Marketingbudget aufgebautes Thema ging. Für jüngere Generationen ist diese zwanglose Form der Kommunikation und Meinungsäußerung ohnehin selbstverständlich. Dementsprechend sind die neuen kommunikativen Möglichkeiten bei einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht – der digitalen Avantgarde – auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. Doch die Aussicht darauf, dass jetzt große Konzerne mit Ihren ebensogroßen Budgets verstärkt das Thema Social Media besetzen – also eine gefühlte ‚Re-oligopolisierung’ des Meinungsbildungsprozesses – sorgt nicht unbedingt für Begeisterung in der Netzgemeinde. Eher wird sogar ein wenig missgünstig auf die mitunter etwas unbeholfenen Versuche geblickt, mit klassischer PR-Tonalität einen Fuß ins Zunkftsthema Social Media zu bekommen.
3 EL Transparenz: Was im privaten Bereich nicht unbedingt als wünschenswert gilt, nämlich die vollständige Transparenz, scheint im Hinblick auf Großkonzerne schon eher willkommen zu sein. Wenn also da einmal ein unangenehmes Geheimnis herauskommt (siehe Wikileaks), das sonst unter den Teppich gekehrt wurde, oder ein Missstand an die Öffentlichkeit kommt, der sonst totgeschwiegen würde, dann wird das gemeinhin als positiv betrachtet. Und in der Tat, bisher deutet auch nichts darauf hin, dass diese höhere Transparenz, der sich Organisationen ausgesetzt sehen, gesamtgesellschaftlich irgendeinen Schaden mit sich gebracht hätte. Im Gegenteil, es scheint bisher ein selbstreinigender gesellschaftlicher Kontrollprozess zu sein, der ein schärferes Bewusstsein für Missstände und damit willkommene positive externe Effekte produziert.
Abgelöscht mit etwas Wertekonsistenz: Die digtitale Avantgarde, die digitalen Natives oder wie auch immer wir eifrige Social Media Nutzer mit großem Sendungsbewusstsein uns nennen, wir verfügen überdies über ein sensibles Werteempfinden und moralisch unterfüttertes Selbstverständnis, welches kurz und knapp mit dem Anspruch „gut sein“ umschrieben werden kann. Googles Leitsatz „Don’t be evil“ oder auch der inflationäre Gebrauch von wohlklingenden Verben wie „Sharing“ oder „mitmachen“ drücken diese Selbstverständnis aus, welches insbesondere von einem Gefühl der eigenen ‚Verantwortung für die Welt’ getragen wird. Und in der Tat ist die stark leichtere Verfügbarkeit von Wissen und die Echtzeit-Kommunikation, wie sie via Social Media und Internet stattfindet, eine disruptiv positive gesellschaftliche Entwicklung, die nicht hoch genug gewürdigt werden kann, wenngleich sich derzeit offensichtlich immer noch eher der höher gebildete und technologisch gut ausgestattete Teil der Gesellschaft sich vorrangig diese Vorteile bedient, siehe auch die Studie zum Stand der Integration in die digitale Gesellschaft.
Und so passen gefühlt „nicht gute“ Verhaltensweisen, Geschäftspraktiken und Strategien wie „Regenwald abholzen“, „Bevölkerung unterdrücken“ oder „Sweatshops betreiben“ nicht in unsere schöne neue Welt des auf Augenhöhe Kommunizierens, Teilens und Verantwortung Zeigens. Selbst dann nicht, wenn wir aus Kostengründen tagtäglich Produkte konsumieren und zu uns nehmen, deren Entstehung uns zahlreiche Anlässe zur Empörung geben würde. Wenn dann ein Missetäter entlarvt wird und Pranger Social Media bloßgestellt wird, ist es wie in der guten alten Zeit…Man selbst fühlt sich irgendwie besser. Und irgendwie ist man ja auch selbst schuld, wenn man nicht auf Augenhöhe kommuniziert und nicht sofort öffentlich seine Reue dokumentiert.
Soweit zu den gründen, warum uns das alles bisher als wünschenswert erscheint. Aber wie geht es weiter? Was passiert, wenn nicht mehr der politisch korrekte Common Sense sich Social Media bedient, sondern Social Media auch von Goliath als Waffe aufgefasst wird, um etwa einem unliebsamen Wettbewerber ein Bein zu stellen? Wird der „Social Media Warfare“ der neue Trend in der Kommunikation?
Im Englischen gibt es bereits andere Begriffe wie Mudslinging oder Negative Campaigning, die einen schönen Eindruck davon geben, was da auf die Netzgemeinde zukommen könnte. In diesem Moment sitzen PR Fachleute und Spindoktoren auf der ganzen Welt zusammen und überlegen angestrengt, was bei KitKat schiefgelaufen ist. Dabei kommen dann so gute Ratschläge wie „hätte transparenter kommuniziert werden müssen“ und das altbekannte „besser auf Augenhöhe kommunizieren“ zusammen. Aber als nächstes wird man sich überlegen, wie man den Streisand Effekt auch für den eigenen Kunden nutzbar machen könnte, anstatt darauf zu warten, dass es gegen einen eingesetzt wird. Und es steht zu erwarten, dass sich diese Leute das nötige Social Media Knowhow aneignen werden oder einkaufen werden.
Im negativen Fall werden wir also eine Zeit erleben, in der es wesentlich schwieriger wird zu beurteilen, wo die Grenze zwischen „gut sein“ und „schlecht sein“ verläuft, weil auch die Bösen mehr Zeit am Rechner verbringen werden. Oder schlimmer noch, es wird von der Expertise der Social Media PR Agenturen abhängen, was als gut oder schlecht aufgefasst wird. Denn irgendwie hat doch jeder etwas im Keller, dass im Lichte der Öffentlichkeit nicht so gut aussieht. Es sei denn er hat Eric Schmidts Rat befolgt „Wenn es etwas über einen gibt, das niemand wissen sollte, dann sollte man es besser nicht tun.“ Lassen wir uns überraschen, wie praktikabel dieser Ratschlag ist.
Kreiert ein sehr persönliches Buch mit Facebookfeeds auf jeder Seite
Unter myfamebook findet man ein schönes Tool. Hier kann jeder sein persönliches Facebook- Buch erstellen. Mit allen Posts seiner Facebook- Seite versehen, erstellt man online ein Buch und kann dieses in unterschiedliche Varianten drucken lassen. Auf jeder Seite wird unten der eigene Facebook Feed oder der eines Freundes gedruckt.
Einfach mal ausprobieren.
Bevor große Unternehmen hier in Deutschland Twitter als Kommunikationskanal einsetzten, muss erstmal intern entschieden werden, wie und welcher Mitarbeiter überhaupt Twitter einsetzen darf. Das dieser Prozess zur reinen Farce werden kann, zeigt die fiktive E-mail Konversation über die Einführung von Twitter in ein deutsches Unternehmen auf www.trendopfer.de.
„Im Übrigen wäre es zu begrüßen, wenn ihr einen Kommunikationsplan für die tweets der kommenden 14 Tage erstellen könntet. Dann haben wir mehr Planungssicherheit…“ Ein plakatives Beispiel für das große Unterfangen eines Unternehmens, Twitter für sich zu nutzen: Die Geschäftsführung hat keine Ahnung was Twitter ist, das Kommunikationspol der Pressestelle wird durchbrochen und alle sind überfordert und die Praktikantin kennt sich am besten mit dem Mikroblogging-Dienst aus – wird aber komplett ignoriert. Ein Beispiel dafür, dass der Sinn von Medien wie Twitter und Facebook mit einer vorherigen Freigabe jedes Satzes einfach komplett verloren geht. Total überspitze Satire oder alltäglicher Bürowahnsinn – was meint ihr?
Adidas und der FC Bayern München starten die nächste Fußballsaison mit einer Social Media Kampagne. Dafür haben sie den Schauspieler Christian Ulmen mit ins Boot geholt. Dieser spielt den FC Bayern Fan Frerk Ohm, der Fußballspieler beim FC werden will – und dabei auch Werbung für Adidas macht.
Höhepunkt der groß angelegten Social Media Kampagne ist ein Internet-Live-Wettkampf. Dafür tritt Ulm alias Frerk Ohm vom 26. bis zum 30. Juli auf www.adidas.com/fcbayern in einer interaktivem Web-TV Show auf. Die User können sich hierfür Disziplinen ausdenken, in denen er antreten muss. Die Nutzer haben die Möglichkeit, Frerk Ohm dabei zu unterstützen und in die Ereignisse virtuell einzugreifen.
Im oben genannten Zeitraum dokumentiert Frerk Ohm seinen Kampf auf seinem Blog www.frerk-ohm.de. Ausserdem ist Ohm auch auf Twitter, YouTube, Facebook und anderen Social Networks präsent und möchte hier eine Fangemeinschaft aufbauen.
Am 30. Juli entscheidet sich dann beim Audi-Cup in der Allianz-Arena ob Frerk als zwölfter Mann beim FC Bayern einsteigen kann. Während des gesamten Zeitraumes befindet sich Christian Ulm im Trainingszentrum des FC Bayern bzw. der Allianz Arena.
Eine neuen Studie vom Enterprise Wiki Anbieter Wetpaint und der Altimeter Group zeigt, dass die meisten Unternehmen, die in Social Media Marketing investieren, einen höheren Erfolg verbuchen können, als Unternehmen, die diesen Bereich nicht nutzen. Um dies zu ermitteln, konzentrierte sich die Studie auf 100 Unternehmen aus der 2008 BusinessWeek/Interbrand Best Global Brands Studie und den verschiedenen Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Blogs, Wikis und Foren. Es ist zwar schwierig zu beweisen, dass die Beteiligung der Unternehmen in sozialen Medien dazu geführt hat, dass sie höhere Einnahmen erzielt haben, aber die Auswertung der neuen Daten belegt dies.
Die Unternehmen, die sich aktiv in den sozialen Medien präsentiert haben haben im Laufe des letzten Jahres einen Wachstum von 18 % erzielt, während die Marken, die diese Kommunikationsmittel nicht genutzt haben z.T einen Verlust von – 6% verbüßen mussten.